HIPBURN - MAGAZIN FÜR SCHÖNE DINGE                
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Sie ist groß, blond, schlank und attraktiv. Auffallend sind ihre schönen, grünen Augen. Die Kleidung ist stylisch, die Brille cool. Sie hat Charme, Stil, Erotik und trägt die berühmten Initialen M.M.

Sie trägt die berühmten Initialen M.M.

Tatsächlich gibt es Parallelen zum Hollywood-Star, denn auch sie ist eine faszinierende Frau. Modeln ist ihre Profession und doch ist sie anders und dadurch etwas Besonderes. Denn Maggie Menges ist fast 60 Jahre alt. Ein "Best-Ager-Model", wie sich sich selber nennt. Foto: Nicole Langholz

Der demografische Wandel ist somit unverkennbar in der Modewelt angekommen und hat sogar neue Berufsfelder für sich entdeckt. Best-Ager-Models bzw. Seniorenmodels sind Persönlichkeiten der Generation 50+, die den modernen Lifestyle sympathisch und glaubhaft repräsentieren. Ältere Models werden für die Werbeindustrie immer interessanter; ihre Produkte sind bereits stark auf die kaufkräftige und konsumfreudige Zielgruppe 50+ ausgerichtet.

Modeln ist ihre Profession

Doch die Hannoveranerin Maggie Menges hat nicht erst im reiferen Alter den Laufsteg für sich entdeckt. Um sich als junge Studentin ihr Sportstudium zu finanzieren, hat sie zeitgleich eine Ausbildung als Mannequin durchlaufen. Dazu gehörte, auf High-Heels zu laufen, sich nach Musik bewegen zu können und das richtige Make-up zu benutzen."Das waren gute Basics, auf denen ich rückblickend meine Modelkarriere aufgebaut habe", verrät die sympathische Blondine. Doch ihr Laufstegleben war nicht nur von Glanz und Glamour geprägt. "Es war ein steiniger Weg, den ich mit oder vielleicht trotz High-Heels erfolgreich gegangen bin", so Maggie Menges. Foto: Alexander Lebrenz

Steiniges Laufstegleben

Nicht nur gegen den Widerstand des eigenen Vaters hatte sie anzukämpfen; es gab auch genug Widersacher in den eigenen Model-Reihen. "Ich erinnere mich an eine Modenshow in der Dortmunder Westfalenhalle. Mein Kleid stand unglücklicherweise bis zum Po offen und man sah das ganze „Innenleben“ nebst Strumpfhose. Niemand hat mich darauf aufmerksam gemacht. Somit grölte das Publikum und ich lief – noch als blutjunge Anfängerin – mit hochrotem Kopf über die Bretter, die doch für mich die Welt bedeuten sollten. Aber damals war es der reinste Spießrutenlauf", schildert Maggie ihre ersten Laufstegerlebnisse. "Dennoch habe ich mich nicht unterkriegen lassen. Die harte und strenge Erziehung und die Kindheit als älteste Tochter hat mich geprägt und stark gemacht". Foto: Alexander Lebrenz

Große Shows und große Namen

Der lange Atem hat sich gelohnt. Nach und nach entwickelte sich die Modelkarriere immer professioneller. Maggie ist für große Shows, für große Namen, auf Messen, Events und Firmengalas gelaufen. "Nicht Sex, Drugs und Rock´n´Roll bestimmten mein Leben, dafür aber jede Menge Spaß und viele durchfeierte Nächte", erinnert sich Maggie schmunzelnd.

Der Fußballer und das Model

Als Mutter zweier Kinder und ehemals Ehefrau eines bekannten hannoverschen Fußballspielers spielte sich ihr Leben weiterhin in der Öffentlichkeit ab. "Der Fußballer und das Model", so die damaligen Headlines unzähliger Presseartikel. Kameras und TV-Teams waren von Stund´ an ihr ständiger Begleiter. Das Privatleben war "Futter" für diverse Homestories bekannter Boulevardblätter. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Ehe zerbrach und M.M. "Maggie – das Model", musste sich als alleinerziehende Mutter dem neuen Lebensabschnitt stellen.

Eine unaufhaltsame Karriere

Gemäß dem Sprichwort: Wenn eine Tür sich schließt, geht eine andere auf, eröffnete sich für die Hannoveranerin die Chance, für das Modeunternehmen Street One im Fitting tätig zu sein. Die Kollektionen werden seither nach ihren persönlichen Maßen entworfen und designt. Street One war somit – wörtlich übersetzt – keine Einbahnstraße, sondern der Weg in eine finanzielle Unabhängigkeit. Umfangreiche Kampagnen für renommierte Firmen schlossen sich an: Tchibo, Eon, Yellowstrom und Aspirin: Kopfschmerzen über mangelnde Aufträge waren seitdem ein Fremdwort. Foto: Alexander Lebrenz

Abenteuer inbegriffen

"Wer glaubt, modeln heißt nur, vor der Windmaschine stehen und lächelnd in die Kamera zu blicken, ist schief gewickelt", klärt Maggie den Irrglauben auf. "Oftmals ist es richtige Knochenarbeit. Für ein Hornbach-Baumarkt-Shooting wurde zum Beispiel das komplette Studio mit Lehm ausgegossen, um eine authentische Gartenatmosphäre zu schaffen. Über meinem Kopf musste ich einen 15 kg schweren Buchsbaum halten und zudem noch die ganze Zeit knien. Erst nach Stunden war das richtige Foto „im Kasten“. Ein entzündetes dickes Knie hat mich noch tagelang an den Baumarktauftrag erinnert".

Ungeschminkte Tatsachen

Eine besondere Herausforderung waren Fotoshootings in der freien Natur. "Um als tatsächliche Bergsteigerin wahrgenommen zu werden, habe ich ungeschminkt – ein Horror für jedes Model – stundenlange Gebirgsmärsche gemacht. Müde, abgekämpft, aber glücklich und naturverbunden wurden am Ende der Wanderung Fotostrecken für die Outdoorfirma Globetrotter erstellt". Foto: Tjahjadi Nurtantio

Auch zum Modeln gehört Mut

Spannend war, so erzählt sie weiter, auch das Erlebnis auf dem Klettersteig. 800 Meter über dem Boden hing sie in der Wand. Nichts für schwache Model-Nerven! Noch heute freut sie sich über den Mut, für Fotoaufnahmen drei Stunden lang in der Wand ausgeharrt zu haben. Die nachfolgenden Tage war ein „Ganzkörper-Muskelkater“ ihr treuester Begleiter. Foto: Hari Pulko

"Wege entstehen dadurch, dass man sie geht", so ein Zitat von Franz Kafka. Das ist auch Maggies Lebensphilosophie. "Dennoch waren auf dem Weg viele Stolperfallen, denn mit der Modeindustrie ging es auf und ab. Etablierte Firmen meldeten Insolvenz an und es blieb nicht aus, dass ich große Existenzangst hatte". Als sich 2008 der Teleshopper Channel 21 in der niedersächsischen Landeshauptstadt niederließ und Models suchte, nutzte Menges die Chance, bekam den Job und war fortan von Anfang an dabei. Wieder ein Sprung ins kalte Wasser, wie sie ehrlich zugibt. "Ich war so aufgeregt und hatte Lampenfieber. Die Arbeit im Studio vor laufender Kamera hat ihren eigenen Wert und ist eine Welt für sich". Doch die Feuer- bzw. TV-Taufe hat sie mit Bravour bestanden und heute wird sie selbst an den entlegensten Orten erkannt und die Menschen möchten ein Selfie mit ihr zur Erinnerung. "Das Medium Fernsehen ist nicht zu unterschätzen", gibt Maggie zu. "Interessant auch, wieviele Teleshopper-Fans es gibt".

Deutscher Alterspreis der Robert-Bosch-Stiftung

Aufgrund ihres Engagements als Best-Ager-Model nahm sie 2013 in Berlin an der Vergabe des „Deutschen Alterspreises“ der Robert-Bosch-Stiftung als Model teil. Ältere Menschen von heute sind die Pioniere für die Generation von morgen, so die Stiftungs-Laudatio. Menges bricht mit Stereotypen und verändert als Seniormodel erfolgreich gesellschaftliche Klischees. Durch die jährliche Vergabe des „Deutschen Alterspreises“ soll sichtbar gemacht werden, wie viele neue Chancen der demografische Wandel bieten kann. Foto: Robert-Bosch-Stiftung

Foto: Robert-Bosch-Stiftung

Foto: Robert-Bosch-Stiftung

Model und TV-Moderatorin

Dem Fernsehen ist Maggie Menges bis heute treu geblieben. Aktuell ist sie als Model und Moderatorin bei „Manou Lenz TV – alles was Frauen wollen“, vom Bildschirm nicht mehr wegzudenken. "Ich habe nie international gearbeitet", erklärt Menges ohne Wehmut in der Stimme. "Auch national habe ich genug zu tun. Das Modeln und die TV-Moderation sind Fulltimejobs, bei denen es oft kein Wochenende gibt. Aber ich liebe und lebe diesen Job. Ob Hamburg, München, Berlin oder Düsseldorf – wo die Castings sind, bin ich auch. Älter werde ich später"...

In einer Manou-Lenz-TV-Drehpause trifft Hipburn Maggie Menges zu einem Interview.

Hipburn Maggie, Du bist für ältere Frauen ein Vorbild und machst ihnen Mut, auch im Alter "Frau" zu sein. Leider sind die Wechseljahre für viele Frauen ein "Bruch" in ihrem Leben und bedeuten den Verlust von Attraktivität. Du hältst mit Deiner positiven Ausstrahlung dagegen. Welche Tipps gibst Du?

Maggie Menges Auch an mir ging "der Kelch nicht vorbei" und die Wechseljahre mit vielen typischen Beschwerden waren für mich kein Zuckerschlecken. Da ich wegen Hitzewallungen und Schlafproblemen nicht verschwitzt und unausgeschlafen vor der Kamera stehen kann, habe ich mich für Hormone entschieden. Seitdem habe ich wieder Freude am Leben. Mein Tipp an alle "Leidensgenossinnen": Mit dem Arzt des Vertrauens über Alternativen und Lösungen sprechen. Ich finde, wir Frauen sollten nicht unnötig leiden.

Hipburn Wie ernährst Du Dich?

Maggie Menges Aus Zeitgründen muss es bei mir oft schnell gehen, daher verirrt sich auch schon mal ein Zuckerriegel oder ein Burger auf meinem Speiseplan. Aber unabhängig davon haben wir "Best-Ager-Frauen" ein Alter erreicht, wo wir uns erlauben dürfen, unseren Genüssen nachzugehen. Aber Disziplin und Kontrolle ist wichtig. Wenn wir uns vormittags ein üppiges Eis gegönnt haben, darf es abends nur noch ein Salat sein.

Hipburn Bewegst Du Dich regelmäßig? Wie sieht Dein Sportprogramm aus?

Maggie Menges Ich habe mein Leben lang Sport gemacht; sogar leistungsmäßig. Zudem habe ich Sport studiert. Da mein Zeitfenster sehr klein ist, muss mein Training schnell gehen und effizient sein. Zeitintensive Besuche im Fitnessstudio oder lange Joggingrunden sind daher nicht möglich. Um fit zu bleiben, führe ich ein spezielles Ausdauer- und Muskelaufbautraining durch. Im Sommer skate ich gerne, im Winter fahre ich Ski.

Hipburn Wieviel Wasser trinkst Du täglich?

Maggie Menges Leider zu wenig. Ich nehme mir jeden Tag vor, zwei Liter zu trinken. Am Ende sind es dann doch nur rund 1,5 Liter Wasser.

Hipburn Du bist eine attraktive Frau und steckst manch 20jährige "in die Tasche". Was ist Dein Geheimrezept?

Maggie Menges Mit einer 20jährigen würde ich mich nicht mehr auf eine Stufe stellen, das ist viel zu anstrengend. Aber ich bin ehrlich: Als junge Frau war ich sehr attraktiv und erfolgsverwöhnt. Daher ist das Erleben des Alters nun ein Prozess, der nicht immer einfach ist. Nicht aufgeben und durchhalten ist meine Parole.

Hipburn Wie gehst Du mit Sonne um? Großer Strohhut und Sonnenschutzfaktor 50?

Maggie Menges Na klar gehe ich in die Sonne, denn eine gewisse Grundfarbe macht schon alles attraktiver. Ich nutze aber immer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 25 oder 30, denn ich bin ein hellhäutiger Typ mit vielen Sommersprossen, die bei Sonnenlicht herrlich sprießen. Zudem versuche ich, Rötungen und Sonnenbrand zu vermeiden. Auf die Sonnenbank gehe ich gar nicht.

Hipburn Keine biologische Uhr kann man anhalten. Wie gehst Du mit Deinem Älterwerden um?

Maggie Menges Die biologische Uhr will ich auch gar nicht anhalten, es ist wie es ist. Klar nehme ich Cremes und probiere Tipps aus. Letztens habe ich mir ein "Hautbügeleisen" gekauft und bilde mir ein, dass es hilft. Auf jeden Fall fühlt sich die Haut nach der Behandlung gut an. Und die ein oder andere Botox- und Hyaluronspritze hab ich mir auch schon geben lassen. Aber alles in Maßen. Es muss immer noch natürlich aussehen. Ganz wichtig ist auch, dass die Mimik erhalten bleiben muss. "In Würde altern", heißt für mich nicht, auszusehen wie eine Frau, die sich aufgegeben hat, sondern wie eine, die zeigt: "Hey, hier bin ich, ich fühl mich wohl, ich liebe mein Leben, mein Charisma und meine Ausstrahlung – auch mit Fältchen". "Best Ager-Frauen" sollten sich nicht kleinmachen!

Hipburn Was hast Du für Zukunftswünsche?

Maggie Menges Gesund zu bleiben, ist das Wichtigste für mich. Es tut mir gut, Freund, Kinder und Freunde um mich zu haben. Ich wünsche mir, dass ich noch lange im Job bleiben kann, da er mir viel Spaß macht. Christa Höhs, eine Kollegin und Inhaberin einer Münchener Modelagenturhat in ihrem Buch "Wenn ich alt bin, werde ich Model" geschrieben": "Achtung, die jungen Grauhaarigen kommen!". Ich finde dieses Zitat sehr aussagekräftig und es benennt die neue Generation der "Silver Ager", die im Mittelpunkt unserer Gesellschaft angekommen sind und daher auch entsprechend beachtet werden sollten.

Weitere Infos über das Best-Ager-Model Maggie Menges unter www.maggie-m.de