HIPBURN - MAGAZIN FÜR SCHÖNE DINGE            
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Die Renaissance des Buches: Lesen ist Leben
Je digitaler die Welt wird, desto weniger lese ich. Ich meine keine Zeitungen oder Zeitschriften, sondern Bücher. Bücher, mit denen ich verschmelze, die mich Raum und Zeit vergessen lassen.

Dabei gehörten Bücher zu meinem Leben. Was wäre meine Kindheit ohne Erich Kästner, Astrid Lindgren oder James Krüss gewesen? Unvorstellbar. Bücher haben meine kindliche Fantasie angeregt. Mit Büchern bin ich erwachsen geworden. In jedem Lebensabschnitt waren sie meine Begleiter. Aber jetzt? Mein Leseverhalten hat sich völlig verändert. Ich verbringe meine freie Zeit bei Facebook, Twitter und Instagram, lese Nachrichten im Netz. Selektiere in Sekundenschnelle nach Überschriften. Ich spüre die innere Unruhe, mich nicht mehr in Muße auf einen Text einlassen zu können. Mein Bauch sagt mir ganz deutlich: "Ich will das ändern!" Ich möchte wieder den Weg zur Literatur finden, der mir abhanden gekommen ist. Das bewusste Genießen einer Auszeit, mich mit meinem Buch zu verabreden. Gerne in Begleitung eines trockenen Rotweines. Wieder die innere Entspanntheit fühlen und die Freude, in das Buch einzutauchen. Wissen zu wollen, wie die Geschichte weitergeht. Dafür bedarf es allerdings guter Impulse. Wunderbare Literaturtipps finden sich auf der Webseite von Marco Sagurna. Sagurna ist Journalist, Publizist und Autor diverser Geschichten, Gedichte und Feuilletons. Schreiben ist sein Handwerkszeug. Lesen sein Leben. Sagurnas Lesevorschläge haben Tiefgang und Gewicht. Durch Sagurna, den ich persönlich kenne, bin ich auf seinen ersten Roman 'Warmia' aufmerksam geworden. Das Buch habe ich gelesen, ja regelrecht verschlungen. Es hat mich emotional berührt und war eine Zeitreise in die eigene familiäre Vergangenheit. Vielfach musste ich es zur Seite legen, da mich der Roman mit Fragen wie 'was bedeutet Heimat für mich' und 'spüre ich eigentlich meine Wurzeln' konfrontiert hat. Gut gefallen hat mir auch Sagurnas gesellschaftskritischer Blick auf die Kirche und die aufrüttelnde Frage: 'Braucht Frieden den Krieg?' Fazit: Ein beeindruckendes Buch über Abschied, Neubeginn, Macht, Angst und Mut. Ich bleibe jetzt dran. Diese berührenden 'Leseinseln' möchte ich wieder in mein Leben einbauen. Anknüpfen an die Zeit vor Facebook und Co. Dabei will ich die digitale Welt gar nicht missen. Sie hat zweifelsohne viele Vorteile. So gibt sie mir beispielsweise die Chance, mein Lifestylemagazin Hipburn zu publizieren. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Medienkompetenz heißt das Zauberwort: Der bewusste und sensible Umgang mit der digitalen Welt.

Mein nächster analoger Ausflug in die Welt der Bücher wird das 'Heimatmuseum' von Siegfried Lenz sein. Steht auf Sagurnas Literaturliste übrigens auf Platz eins.

www.marcosagurna.de