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Schmuckdesignerin Masha Pestova
Sie designt und produziert wunderbaren Schmuck. Doch ein Schmuckstück ist so einmalig, dass dieses Unikat geradezu unverkäuflich ist: Ihr faszinierendes und ansteckendes Lachen: Masha Pestova. Dieser Frohsinn wird von der Hamburger Schmuckdesignerin wunderbar konserviert, indem sie mit viel Leidenschaft ihr positives Lebensgefühl in die Schmuckkreationen einarbeitet. "Meine ersten Blicke fallen auf Ohren, Hals und Hände"

"Dieses leidenschaftliche Feuer ist immer in mir", erklärt die Wahl-Hanseatin und lacht. "Mein Kopf ist ständig voller Ideen". Die Inspirationen für neue Kunstwerke entstehen bei ihr durch bewusstes Beobachten. Ob die Künstlerin im Zug sitzt, auf einer Veranstaltung weilt oder ein Museum besucht. "Berufsbedingt fallen meine ersten Blicke sofort auf Ohren, Hals und Hände", verrät die Designerin schmunzelnd. "Überall, wo ich Kontakt mit Menschen habe, nehme ich diesen Dreiklang wahr und gedanklich entstehen dann bereits neue individuelle Schmuckstücke". Unikate Schmuckstücke aus alten Münzen

Das Markenzeichen und Alleinstellungsmerkmal der kreativen Hamburgerin sind unikate Schmuckstücke aus alten Münzen. Die altgriechischen 'Eulen von Athen', mehr als 2.500 Jahre alte Sammlerstücke aus massivem Silber, sind beispielsweise ihre Lieblingsmünzen. "Die Eulen symbolisieren Kraft, Weisheit und Einsicht", erklärt Masha. "Das mag ich sehr und beflügelt meine Kreativität". Die persönliche Handschrift der Künstlerin ist, die kleinen Münzen mit groben Hammerschlägen zu bearbeiten. "Das gibt ihnen etwas Lebendiges und Unverwechselbares", schwärmt sie. "Anschließend erhalten sie eine goldene Fassung, gewissermaßen ihr strahlendes Gesicht. Durch die Patina der alten Münze und dem warmen Gelbgold entsteht ein einzigartiges schönes Kunstwerk". Weltweit ist die Unternehmerin in Antiquitätenläden anzutreffen, um nach antikem Kleingeld Ausschau zu halten. "Jerusalem ist zum Beispiel eine Schatztruhe, um alte Münzen zu finden", erzählt sie begeistert. Aber auch die Altstadt von Lissabon ist ein Fundus für die Künstlerin. Feine tragbare Kunstwerke entstehen in der eigenen Manufaktur

Alle Schmuckstücke werden von Masha per Hand in ihrer Hamburger Manufaktur gefertigt. Nach den von ihr erstellten Zeichnungen wird geschmolzen, getrieben, geschmiedet, gehämmert, gefeilt, gefasst und poliert. Kurzum: Edelmetalle und Edelsteine werden von ihr in feine tragbare Kunstwerke verwandelt. Masha Pestovas Schmuck berührt die Sinne

"Schmuckstücke sind für mich individuelle Kreationen, die durch Form, Bewegung, Klang, Struktur, Farbe und Glanz die Sinne der Menschen berühren", berichtet sie und ihre tiefe Leidenschaft für das Handwerk ist wieder spürbar. Mit Vorliebe berät sie Kunden hinsichtlich individueller Anfertigungen, Um- oder Aufarbeitungen. Gern nimmt sie sich Zeit für Beratungsgespräche, in denen auch die Haut, Haar- und Augenfarbe des Kunden eine wesentliche Rolle spielt, denn die kleinen Kunstwerk sollen harmonisch zur Trägerin oder zum Träger passen. Apropos Mann: Auch für die Herren der Schöpfung designt die Hanseatin Schmuck, beispielsweise in Form von Armbändern oder Manschettenknöpfen. Die kreativen Wurzeln der Designerin liegen im sibirischen Jakutsk

Masha Pestova ist eine besondere Künstlerin mit einer besonderen Vita. Geboren und aufgewachsen im sibirischen Jakutsk – der kältesten Metropole der Welt – wo die Winter von Oktober bis Mai dauern und Temperaturen von minus 45 Grad Celsius keine Seltenheit sind, ist sie schon als Kind mit Schmuck und Kunsthandwerk in Berührung gekommen. "Jakutien ist reich an Bodenschätzen wie Gold, Silber und Edelmetallen", erklärt die gebürtige Jakutin. "Das ist ein Grund, weshalb es im Land viel Handwerkskunst und Schmuckmanufakturen gibt". "In meiner Familie hat das Kunsthandwerk Tradition"

"Auch in meiner Familie hat die Silberschmiede Tradition. Mein Vater war ebenfalls Kunsthandwerker. In dieser kreativen Atmosphäre bin ich aufgewachsen. Kunst war immer allgegenwärtig", erinnert sich Pestova und ihre Augen leuchten, wenn sie über ihre sibirische Kindheit spricht. "Neben der extremen Kälte bietet Jakutsk aber auch viel Tradition", so der geschichtliche Exkurs der Künstlerin. "Am längsten Tag des Jahres, am 21. Juni, begrüßen die Jakuten im Rahmen der Sommersonnenwende namens 'Ysyach' das neue Jahr. Bei diesem farbenfrohen und traditionsreichen Fest werden bunte Trachten mit wunderschönem Schmuck getragen. Viele Familien haben beispielsweise ihren eigenen individuellen und unverwechselbaren Schmuck", ergänzt Pestova. Vom Schauspiel zum Schmuck

Trotz der Identifikation mit Jakutsk und der familiären Verbundenheit zieht es die junge Masha nach Moskau, um dort Schauspiel zu studieren. Als ausgebildete Diplom-Schauspielerin hat sie viele Jahre 'auf den Brettern gestanden, die die Welt bedeuten'. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt. Durch Liebe, Heirat, Umzug nach Deutschland und einer Ausbildung zur Schmuckdesignerin bietet sie nunmehr ihrer umfangreichen Schmuckkollektion eine große Bühne. Eine gehörige Portion Idealismus hat Masha Pestova dorthin gebracht, wo sie heute steht. "Sich seine Träume nie ausreden lassen und seinen Weg gehen", umreißt die Ehefrau und Mutter zweier Kinder ihre Maxime. Interview mit der Hamburger Künstlerin

Inspiriert durch den außergewöhnlichen Schmuck, mit dem Masha Pestova weit über die Grenzen Hamburgs bekannt ist, trifft sich Hipburn mit der Künstlerin in ihrer Manufaktur, um mehr zu erfahren über ihre Leidenschaft, Wünsche und Visionen. Wir sitzen an ihrer Werkbank, auf der diverse Hammer, Zangen, Feilen und Sägen liegen. Ferner eine Einschlaglupe und ein Ringstock. Die Designerin arbeitet gerade an einem Kundenwunsch, einen einzigartigen Ring mit Edelsteinen herzustellen. Hipburn Masha, Dein Alleinstellungsmerkmal sind exotische Münzen, aus denen Du traumhaften Schmuck herstellst. Woher kommt Deine Liebe zu dem antiken Kleingeld?

Masha Pestova Die Liebe zur Münze hat ihren Ursprung im kanadischen Calgary. Dort hat mir mein Mann die erste „Eule von Athen“ geschenkt. Ich habe sie in Gold gefasst und mit einem Lederband als Kettenanhänger getragen. Das war mein Déjà-vu und ich habe gespürt: Wow, das gefällt mir und es sieht einmalig gut aus. Zudem bin ich von vielen Menschen darauf angesprochen worden. Hipburn Für Deine kreative Arbeit lässt Du Dich gerne durch Museumsbesuche inspirieren. Welche Museen sprechen Dich besonders an?

Masha Pestova Ich liebe die Tretjakov-Galerie in Moskau, das Musée d'Orsay in Paris und das Rijksmuseum in Amsterdam. Die Rembrandt-Bilder wie zum Beispiel die Nachtwache oder Vermeers Dienstmagd mit Milchkrug finde ich einmalig. Das alles beflügelt mich. Hipburn Welches Projekt steht für die Zukunft an?

Masha Pestova Mein Wunsch ist es, Schmuckstücke mit unterschiedlichen Oberflächen und Strukturen herzustellen und Colliers mit Edelsteinen. Ich mag Edelsteine, die nicht perfekt sind und die diverse Einschlüsse haben. So wie die Menschen nicht perfekt sind, liebe ich es, wenn die Edelsteine Ecken und Kanten haben. Dadurch werden sie für mich lebendig. Hipburn Wenn Du arbeitest, ist es ganz still oder brauchst Du Musik?

Masha Pestova Ich höre via Radio den ganzen Tag Musik. Wenn sie mich mitreißt, singe ich auch oder tanze dazu. Hipburn Wie schaltest Du ab? Was machst Du gerne in Deiner Freizeit?

Masha Pestova Ich bin eine begeisterte Cineastin und liebe Kinofilme von Woody Allen über Hitchcock bis François Truffaut. Hipburn Wenn Du einen Wunsch frei hättest ...?

Masha Pestova lacht......dann würde ich mir eine eigene Schmuckausstellung wünschen. Zum Beispiel in einer Galerie oder einem Museum.

Hipburn Liebe Masha, herzlichen Dank für das Gespräch!

Fotos: Viktor Johanson, Georgij Pestov

www.masha-jewelry.com