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  • Veröffentlicht unter Reisen
"Nur keine Eile. Der Tag ist doch so schön", begrüßt uns Libor Paulik in akzentfreiem Deutsch. Eile verströmt Paulik wahrlich nicht, denn entspannt sitzt er vor seinem geöffneten Weinkeller. Ein Glas Wein steht auf dem Tisch, daneben ein aufgeschlagenes Buch und seine Lesebrille. Wir befinden uns im südlichen Tschechien in der Region Mähren; die perfekte Ecke für Naturfreunde, Kulturbegeisterte und Weinliebhaber. Unser Ziel ist das Unesco-Weltkulturerbe Areal Lednice und Valtice mit seinen imposanten Schlössern und herrlichen Gartenanlagen. Der kleine Ort Petrov ist auf jeden Fall einen Stopp wert, um ein ungewöhnliches Denkmalschutzgebiet zu besuchen: Das Gelände Plže. Wer die Ansammlung der weiß angestrichenen Weinkeller mit blauer Grundmauer betrachtet, fühlt sich fast nach Griechenland versetzt. Insgesamt 63 Objekte, von denen einige mehrere hundert Jahre alt sind, bilden ein halbrundes System, das in einen zentralen Dorfplatz mündet. Das Gelände Plže wurde bereits im 15. Jahrhundert erwähnt und steht heute unter Schutz. Dass Libor Paulik heute seinen Weinkeller geöffnet hat, ist Zufall. Wir nutzen diesen Zufall, um in die Tiefen seines Kellers einzutauchen. In dem Gewölbe ist es deutlich kühler ist als draußen; alte Weinfässer lagern an den Wänden. Reisegruppen und Gäste können bei dem tschechischen Winzer die Weinernte seiner mehr als 300 Rebstöcke und selbstgemachten Schnäpse verköstigen und natürlich auch kaufen. Wir kommen ins Plaudern und erfahren, dass Libor Paulik berufsbedingt die halbe Welt gesehen hat; nun aber den eigenen Wein und seinen Ruhestand genießt. Beim Abschied verrät er uns noch den Grund seiner guten Deutschkenntnisse: "Ich bin in der Nähe von Braunschweig geboren". Foto: Dr. Verena Sohns - Libor Paulik in seinem Weinkeller

Auf der Weiterfahrt fallen uns die breiten und durch Baumreihen von der Fahrbahn getrennten Radwege auf. Für Radler und Reiter bietet das Land ein mehrere tausend Kilometer umfassendes Netz an gut ausgebauten Wegen. Die Tschechen lieben es, in der Natur zu sein und sind ebenfalls begeisterte Wanderer. In erster Linie jedoch kommen die Touristen, um die prächtigen Schlösser und zum Teil noch imposanteren Gartenanlagen zu besichtigen. Allein die Fülle an Schlossanlagen aus allen Epochen sind in dieser Region beeindruckend. In kurzer Distanz reihen sich zahlreiche prächtige Schlösser, Basiliken, Kirchen und Kathedralen aneinander. Foto: Dr. Verena Sohns - Schloss Lednice

Die politische Wende verhalf zahlreichen Adligen zu einer Rückkehr auf ihre angestammten Schlösser und Ländereien, die sie mit Hilfe verschiedener Förderprogramme wieder aufbauen. Viele Kulturgüter sind bereits liebevoll restauriert worden und werden nun stolz präsentiert. Tipp: Nach einem langen Besichtigungstag unbedingt die regionale Küche genießen: Mährische Krautsuppe, dazu Wein, Brezeln, Käse und zum süßen Abschluss gefüllte Crepes! Nur keine Eile, der Tag ist doch so schön!