HIPBURN - MAGAZIN FÜR SCHÖNE DINGE                
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  • Veröffentlicht unter Reisen
Da ist viel Luft nach oben. Borkum. Die vergessene ostfriesische Insel? Zugegeben, für ein Magazin, das sich nur mit schönen Dingen beschäftigt, war es schwer, 'Perlen' auf der Insel zu finden, über die es sich lohnt, zu schreiben. Zu sehr lastet die Patina der 50iger Jahre auf der Insel. Wer sich per Zeitreise mal eben in das piefige Nachkriegsdeutschland zurückbeamen will, ist hier richtig.

Nun, ein paar Schmuckstücke haben wir dennoch gefunden. Für ein hübsche Perlenkette reicht es allerdings nicht. Zu sehr überwiegen die Nachteile. Dabei ist die Insel landschaftlich traumhaft schön. Nur tourististisch wird daraus nichts gemacht. So gibt es tatsächlich noch Pensionen mit altmodischen Gardinen und Topfblumen auf dem Fensterbrett. Wer will dort Urlaub machen? Die Häuser sind überwiegend alt und schmucklos. Auch das Shoppen im Ort ist kein Highlight. Wenig attraktive Geschäfte lassen grüßen. Keinesfalls überzeugt hat uns die Gastronomie, die teuer ist und mitnichten Gaumenfeuerwerke entfacht. Dafür aber mit konstanter Unfreundlichkeit punktet.

Die 'Strandbudjes' an der Promenade schließen allesamt, sogar in der Hochsaison, gegen 18 – spätestens um 19 Uhr. Dabei ist das gerade die Zeit, die für Touristen interessant ist, um den Sundowner – gepaart mit einem Abendessen und Getränken – zu genießen. Enttäuscht waren wir auch von den beiden Dünenrestaurants Sturmeck und Seeblick. Schmucklos. Nichts für Auge. Keine Atmosphäre, um länger zu verweilen. Ebenso das Restaurant Ostland. Als Saunafreaks haben wir uns auf einen Besuch in der Strandsauna gefreut, die sich am FKK-Strand befinden soll. Vor Ort mussten wir wieder mit einer Enttäuschung leben, da die Sauna gar nicht existiert. Lediglich zwei Baracken weisen darauf hin, dass hier mal etwas entstehen soll. Durch ein Gespräch mit dem Betreiber erfuhren wir, dass diverse Genehmigungen noch ausstehen. Im Sommer 2018 kann der Saunaliebhaber vielleicht auf seine Kosten kommen. Weiteres Manko: Die schlechte Ausschilderung der Rad- und Wanderwege. Zudem sind sie so schmal, dass sich Wanderer, Radfahrer und Jogger ständig in die Quere kommen und hitzige Diskussionen und Ärgernisse vorprogrammiert sind. Aufgefallen ist uns auch, dass die Gäste der Insel überwiegend hochbetagt sind. Rollatoren und Senioren gehören zum Stadtbild. Fazit: Längerer Urlaub auf der Insel? Nein. Verlängertes Wochenende: Ja. Top: Die wunderbare Landschaft. Flop: Gastronomie, Unfreundlichkeit, fehlendes attraktives kulturelles Angebot, Ballermann-Atmosphäre in der Bismarckstraße. Eine Insel für alte Menschen. Unsere Insel-Tipps: Art Hotel Bakker, Neue Straße 6 b. Mitten im Ort gelegen. Gutes Preis-Leistungsverhältnis, große moderne Zimmer, tolles Frühstücks-Büffet, schöne Außenterrasse und Garten, junges innovatives Hotel-Team. Den leckersten und frischesten Fisch auf der Insel gibt es im SB-Restaurant Rollmops, Franz-Habich-Straße 7. Essen kann man im Lokal, vor dem Geschäft in der Fußgängerzone oder – bei schlechtem Wetter – im benachbarten Extraraum. Dazu werden köstliche Weine angeboten. Für Shopping-Freaks: Die schönste Boutique, auf Augenhöhe mit Hamburg, Norderney und Sylt heißt "Moij" und befindet sich in der Franz-Habich-Straße 18. Um den Tag ausklingen zu lassen: Matrix-Bar, Bürgermeister-Kieviet-Promenade.

Ebenfalls zu empfehlen: Rias Beach. Chillige Housemusik. Jeden Montagabend mit Live-DJ. Super Essen und freundlicher Service, Bürgermeister-Kieviet-Promenade.