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Katrien Wayenberg kämpft gegen Corona. Die Unternehmerin lässt nicht zu, dass die Pandemie ihr Lebenswerk zerstört.
Sprache verbindet und begeistert. National. International. Sprache fördert Freundschaften und Geschäftsbeziehungen. Sprache ist ihr Werkzeug und Lebenswerk. Darauf hat sie ihr Business aufgebaut: Katrien Wayenberg. Weltweit ist die Unternehmerin selber unterwegs, lokal transportieren 45 ihrer Trainer den 'Spirit der Sprache'. Doch jetzt fordert der unsichtbare Feind namens Corona die Sprachexpertin und ihr Team existenzbedrohend heraus und hat alle Planungen zum Erliegen gebracht.

Katrien Wayenberg: Sprache ist ihr Werkzeug - Natural language solutions ihr Lebenswerk

Coachings, Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen, die im Rahmen ihrer Natural language solutions (NLS)-Community bislang hauptsächlich via persönlichem Kontakt stattfanden, werden aufgrund Covid-19 reihenweise abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Wenn Distanzhalten, Quarantänen und Ausgangssperren überlebenswichtig sind, wurden Face-to-Face-Seminare oder Einzelcoachings zurückgestellt. "Dabei wäre gerade jetzt, in Zeiten von #stayathome ein guter Zeitpunkt, das Zuhause-Sein mit Sprache zu füllen. Mit dem Erlernen von Fremdsprachen und dem Verfeinern von Kommunikationsgeschick", erklärt die NLS-Geschäftsführerin. "Und es hätte auch einen positiven symbolischen Effekt, wenn Unternehmen noch schneller auf unser Online-Angebot umsteigen", ist die gebürtige Belgierin mit dem sympathischen flämischen Akzent überzeugt. "Weltweit werden aktuell die Grenzen geschlossen. Doch Sprache kennt keine Barrieren. Sie überwindet Grenzzäune und Mauern, ist völkerverbindend, geschäftsfördernd und ein friedenstiftendes Medium. Gerade jetzt können Unternehmen Hoffnung schüren, indem sie ihren Mitarbeitern Training anbieten, um sie auf die Zukunft bestens vorzubereiten". 

Wayenberg: "Ich bin im Krisenmodus, aber ich kämpfe"

Wayenberg kämpft. Für ihre Mitarbeiter und ihr Lebenswerk. Bereits als Erstklässlerin war sie fasziniert von der Überzeugungskraft der Sprache, später studierte sie Sprachwissenschaften; sie liest in drei verschiedenen Sprachen. Als Belgierin in Deutschland und Unternehmerin hat sie gelernt, bei Null anzufangen, an fremde Türen zu klopfen, Verbindungen zu knüpfen. Das hat stark gemacht. Wie viele ihrer Sprach-Trainer hat sie ihr Heimatland verlassen um in Deutschland zu leben und zu arbeiten: Eine neue Kultur, eine neue Sprache, ein neues Land kennenzulernen, anzunehmen und ins Herz zu schließen. Sie kennt das Gefühl, sich eine Stimme zu verschaffen und Präsenz zu erobern. Sie sieht sich als agile Lernerin und Lehrerin – nicht nur temporär sondern lebenslang und hat diesen Standard auch für ihre Trainer gesetzt.

Ideen entwickeln, aufstehen, weitermachen: Krise als Chance begreifen

Wie kann es gelingen, die Krise als Chance zu begreifen? Wie kann die Unternehmerin die Arbeitsplätze ihrer feinfühligen Sprachcoaches und virtuosen semantischen Experten – die in zehn europäischen Sprachen und Mandarin unterrichten – aufrechterhalten? Dieser Challenge stellt sie sich. Jetzt und mit unterschiedlichen Initiativen.

Die Geschäftsführerin setzt mit Nachdruck auf eine gekonnte Verknüpfung von Digitalisierung und der besonderen Qualität ihrer kontaktbasierten Sprachlösungen. Traditionelle Lernformate werden beschleunigt für den Online-Bereich umgeschaltet. "Diese aber müssen qualitativ so sein, dass sie wie ein analoges Gespräch daher kommen", schildert Wayenberg ihre Ansprüche. "Gerade bei digitalen Lernformaten und Coachings muss die Authentizität und Leidenschaft des Trainers spürbar sein. Er muss situativ-motivierend unterrichten, nicht dozieren".

Letzte Woche, als sich das Ausmaß der Krise abzeichnete, lud sie verstärkt Trainer ein, das NLS-Training 'The Virtual Trainer'-Programm zu absolvieren. Persönlich spiegelt sie den Auftritt ihrer Trainer während deren Online-Demo-Unterricht und bietet ein umfassendes Feedback an. Gleichzeitig spricht sie ihre Kunden an, den Transfer von analog auf digital zeitnah zu realisieren, so dass ihre Trainer so wenig wie möglich Ausfälle erleben.

Das virtuelle Sprachtraining muss die Qualität eines analogen Gespräches haben

Die wirtschaftliche Lage ihrer Trainer beschäftigt Wayenberg sehr. Deshalb möchte sie zusätzlich mit einer unkonventionellen und besonderen Initiative an den Start gehen. Im Hipburn-Interview spricht die ambitionierte Language-Expertin über ihre visionären Geschäftsideen, die das Ziel haben, diese Krise – wie lang sie auch dauert – gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und freiberuflichen Sprachtrainern zu meistern.

Hipburn Katrien, Not macht bekanntlich erfinderisch. Mit welcher besonderen Initiative möchtest Du starten, um Dein Unternehmen mitsamt Deinen Mitarbeitern und Trainern aus der Corona-Krise zu führen?

Katrien Wayenberg Alle, die jetzt freiberuflich und kontaktbasiert arbeiten, haben nun die schreckliche und erschreckende Erfahrung gemacht, dass über Nacht die Kalender leergefegt worden sind. 2020 versprach wirklich prächtig zu werden. Viele meiner Kunden haben uns als Dienstleister im Jahr 2020 budgetmäßig schon eingeplant. Mutig möchte ich sie daher im Rahmen der 'Pay-it-Forward'-Initiative ansprechen, ob sie sich vorstellen können, einen Teil des eingeplanten Budgets zeitlich verfrüht, dass heißt bereits jetzt, zur Verfügung zu stellen. Die Höhe des angezahlten Betrages überlasse ich den Kunden. Auch bereits kleine Überbrückungs-Finanzspritzen helfen uns aus der Misere, weil ich damit meine Trainer unterstützen und weitere stabilisierende Maßnahmen initiieren kann. Die Verrechnung der 'Forward'-Zahlung erfolgt dann mit dem Gesamthonorar. Nur gemeinsam können wir es schaffen, unseren eigenen Rettungsschirm zu spannen für die Menschen, die sich jeden Tag für die Weiterbildung und -entwicklung ganzer Teams, Fach- und Führungskräfte einsetzen.

Hipburn Hast Du diesbezüglich schon Erfahrungen sammeln können?

Katrien Wayenberg Ich habe angefangen, meine Kunden vorgestern anzusprechen. Alle Entscheider haben am nächsten Tag einen persönlichen Appell von mir erhalten. Die ersten angesprochenen Kunden haben bereits zugesagt 50 Prozent vorab zu überweisen, was mich mit einer tiefen Dankbarkeit erfüllt.

Pay-it-Forward-Initiative und Trainer-Partnerschaften

Hipburn Du warst kreativ unterwegs, um ein weiteres Projekt an den Start zu bringen. Worum handelt es sich?

Katrien Wayenberg Ich möchte meinen Kunden 'Trainer-Partnerschaften' anbieten.

Hipburn Was verstehst Du darunter?

Katrien Wayenberg Wenn Kunden unsere Dienstleistungen für 2020 noch nicht final eingeplant haben, sich aber vorstellen können, diese in Anspruch zu nehmen, könnten sie einen unserer Trainer finanziell unterstützen. Dann werden sie Sponsor und 'Pate' eines NLS-Trainers und sind für uns – gerade in der jetzigen Krisen-Situation – eine elementare, monetäre und hoffnungsschenkende Stütze.

Hipburn Gibt es noch etwas, was Dir wichtig ist und Du mitteilen möchtest?

Katrien Wayenberg Ja, in der Tat. Ich möchte alle Selbstständigen, Freiberufler, Künstler und Freelancer ermutigen, visionäre Ideen auszuprobieren. Mut steht am Anfang des Handels, Glück am Ende. Überlegt machen, ist meine Devise. Meine Ideen möchte ich nicht für mich behalten, sondern solidarisch mit denen teilen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.

Nach dieser gewaltigen Disruption wünsche ich uns allen, dass die Menschlichkeit, unsere besten Werte und die Natur als Gewinner herauskommen. Wir werden wieder mehr lernen müssen – und wollen. Ich stelle mir eine Welt vor, in der authentische Kompetenz, neue Formate, Lösungen nach Maß, Feinfühligkeit, Kreativität, Spirit und Leidenschaft gedeihen können.

Liebe Katrien, vielen Dank für das Gespräch! Ich wünsche Dir und Deinem Unternehmen samt Team und Trainern alles Gute und bleibt vor allem gesund.

Fotos: Katrien Wayenberg

www.natural-language.de