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The future ist female: Die neue Weiblichkeit. Weibliche und selbstbewusste Frauen erobern die Chefetagen
Frau oder Mann? Mann oder Frau? Der Blick in die Management-Etage eines Unternehmens lässt den Betrachter oft irritiert zurück. Die Business-Uniformen schwarzer Hosenanzug, weißes Hemd, Manschettenknöpfe, biedere Frisur, flache Schuhe und Chronograph am Handgelenk lassen Frauen wie Männer unisono erscheinen. Genderunterschiede? Fehlanzeige.

Business-Uniform: Stoffgewordene Autorität

Frauen sehen aus wie Männer, reden wie Männer, kleiden sich wie Männer und haben eine männliche Persönlichkeit angenommen. Sie sind – salopp gesagt – zur stoffgewordenen Autorität mutiert. Erfolgreiche Führung, so scheint es, geht nur mit männlichen Attributen und der Adaption eines möglichst männlichen Verhaltens einher. Hinter der Uniform aus hochgeschlossener Bluse und strengem Anzug bleibt die weibliche Identität und Persönlichkeit unsichtbar.

Weibliche und selbstbewusste Frauen erobern die Chefetagen

Doch damit könnte es bald vorbei sein. Wenn auch zaghaft und auf leisen Sohlen ist im Management ein Generationenwechsel unübersehbar. Ein neuer weiblicher und selbstbewusster Frauentyp hält Einzug ins Businessleben und verändert die Gesellschaft. Weit entfernt vom Klischee der maskulin wirkenden Businessfrau in Nadelstreifen erobern intelligente und kompetente Frauen – gepaart mit weiblicher Souveränität und Empathie – die Männerdomänen. Willkommen neue Weiblichkeit! Vanessa del Rae

Emanzipatorische Zeitenwende

"Es ist spürbar, dass die derzeitige Frauengeneration ein neues feminines Rollenbild definiert", erklärt Vanessa del Rae, Coach für Sinn, Sinnlichkeit und Kommunikation aus Berlin. "Meine bundesweiten Seminare und Workshops – in denen ich einen Zugang zur Weiblichkeit vermittle - sind regelmäßig ausgebucht". Kompetenz, Erfolg und ein fraulicher Look sind heute kein Widerspruch mehr. Del Rae stellt eine Zeitenwende in Sachen Emanzipation fest, die sich über Selbstbewusstsein, Souveränität, authentischem Auftreten, Weiblichkeit und femininer Kleidung ausdrückt.

Kompetenz mit Weiblichkeit zelebrieren: Neues modernes Frauenbild

"Es geht um ein neues modernes Frauenbild und um das Recht, die eigene Weiblichkeit zu zelebrieren", so die Berliner Expertin. "Damit unterscheidet sich die Frauenbewegung immens vom historischen Feminismus der 1970er-Jahre".

Der neue Karriere-Turbo: Weiblichkeit und Powerdressing

Die neuen starken und erfolgreichen Frauen zeigen selbstbewusst und authentisch ihre Weiblichkeit. Sie orientieren sich nicht mehr an eingefahrenen Mustern und männlichen Stilvorgaben. Fernab konservativer Businesskleidung und hochgeschlossener Blusen zeigen sie Mut zur Mode in Form von hochhackigen Schuhen, High-Heels, figurbetonten Kleidern, Röcken und farbigen Accessoires. Ganz hoch im Kurs steht die Vielfalt der Kleider. "Zum Powerdressing darf weiterhin der Hosenanzug gehören", ergänzt del Rae. "Aber er sollte stylisch geschnitten, wenn möglich in Farbe sein und mit weiblichen Accessoires ergänzt werden". Wer seine eigene Handschrift und Identität im Business platzieren möchte, sollte sie bereits mit seiner Kleidung vermitteln.

Digitale Transformation: Die Zukunft ist weiblich

Unabhängig von der Business-Kleidung – die sich zum femininen wandelt – entdecken Frauen in Führungspositionen ihre Weiblichkeit auch als fachliche Qualifikation. Dieses Qualifikation wird – im Rahmen der digitalen Transformation – sogar eine Schlüsselkompetenz sein, die eine weibliche Führungskraft der Zukunft auszeichnet. Dazu zählt Empathie, emotionale Intelligenz, Kreativität und Kommunikation.

The future is female: Authentisch, erfolgreich, weiblich

Im letzten Jahrhundert hat die Emanzipation den Frauen geholfen, die Männerwelt zu erobern. Jetzt ist es an der Zeit, das eigene Frau-Sein zu revolutionieren und die Weiblichkeit zurückzuholen. Denn: Diversität liegt in der weiblichen DNA. Zeit also, zu Beginn des neuen Jahrzehnts die alten 'maskulinen Mauern' im Kopf einzureißen um Platz zu schaffen für neues feminines Leben – damit Frauen sich auf ihre weiblichen Stärken besinnen können. Um gerade dadurch authentisch und erfolgreich zu sein.

Führung rockt: Interview mit Claudia Rinke, Chefin in einer männerdominierten Branche

Claudia Rinke

Dass mehr Weiblichkeit der Wirtschaft gut tut, davon ist auch Claudia Rinke, Inhaberin und Geschäftsführerin des Schloms-Umzugsunternehmens und Preisträgerin des Stadt Hannover Preises 'Frauen machen Standort' überzeugt. Die Chefin des Familienunternehmens, das von ihr in dritter Generation geführt wird, weiß, wovon sie spricht: Handelt es sich in der Speditionsbranche doch um einen primär männerdominierten Bereich. Im Hipburn-Interview berichtet sie, wie sie mit weiblicher Führung punktet.

Hipburn Claudia, wie gestaltest Du Führung?

Claudia Rinke Ich habe mich für einen weiblichen Führungsstil entschieden, der mit Einfühlungsvermögen, gutem Zuhören und Empathie einhergeht. Erfolgreiche Führung gelingt nur, wenn ich authentisch bin und hinter dem, was ich vermittele, auch stehe. Meine Form der weiblichen Führung bzw. Führungskompetenz wird – so bekomme ich es oft gespiegelt – auch sehr geschätzt. Dennoch: Speziell in meinen männerdominierten beruflichen Umfeld entscheide ich mich situationsbedingt – trotz aller Weiblichkeit - auch mal für ein herberes Auftreten oder einen kumpelhaften Umgang. Claudia Rinke

Hipburn Für welchen Kleidungsstil hast Du Dich im Business entschieden?

Claudia Rinke Zum Arbeitsalltag gehören für mich Schuhe mit Absatz. In Absatzschuhen fühle ich mich einfach wohler und ich bin sichtbar. Männer sind da klar im Vorteil: Aufgrund ihrer Größe erleben sie diese 'Unsichtbarkeit' in der Regel nicht. In Schuhen mit Absatz geht es sich auch ganz anders. Über die Höhe des Absatzes definiert sich für mich die Eleganz des Schuhs. Auf Veranstaltungen löse ich mich gerne vom strengen Business-Code der weißen Bluse und des blauen Kostüms oder schwarzen Blazers. Was für mich nicht ins Business gehört ist Erotik. Zumindest nicht in meiner Branche :-) (augenzwinkernd). Der Grad zwischen weiblicher Attraktivität und einem sich zur Schau stellen oder anbiedern wollen – womöglich noch bei einem Kunden – ist schmal.

Hipburn Was bedeutet für Dich Weiblichkeit?

Claudia Rinke Weiblichkeit muss für mich natürlich sein, gerne schick angezogen, gerne geschminkt, aber eben nicht übertrieben.

Sinja Woltemath: "Es darf Farbe sein, es darf feminin sein, doch es muss authentisch sein".

Sinja Woltemath

Für eine neue und moderne Frauengeneration steht auch Sinja Woltemath aus Hannover. Als Wirtschaftswissenschaftlerin und Coach ist die Niedersächsin international tätig. In den oberen Führungsebenen hat sie primär mit Männern zu tun. Dennoch definiert sie sich nicht über 'Nadelstreifen' und männliche Attribute, sondern über ihr kompetentes Frausein.

Hipburn Sinja, welche Erfahrungen machst Du im Business hinsichtlich Deiner Weiblichkeit?

Sinja Woltemath Ganz unterschiedliche, und zwar abhängig vom Land, vom Sektor und von der Kultur des Unternehmens. Am Anfang meiner Karriere, als weiße Frau und junge Managerin der Zementbranche in Sri Lanka, war es nicht einfach, einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Aber selbst da habe ich Nagellack getragen, weil ich es einfach schön fand und weil es zu mir gehört.Im Job wirke ich ganz klar über Leistung und Authentizität. Ich muss innerlich stimmig sein, dann ist die Wirkung auch im Außen spürbar und unterstreicht meine Souveränität. Wichtig ist, dass ich mir meiner Wirkung immer bewusst sein muss! Sinja Woltemath

Kompatibel zu sein, ist ebenfalls bedeutend! Habe ich einen Kunden aus dem Fashion-Bereich, trage ich ein Kleidungsstück aus seiner Kollektion und bewege mich in seinem Style. Letztendlich kommt es immer auf das Umfeld an. Aber für mich gilt: Es darf Farbe sein, es darf feminin sein und es muss immer authentisch sein. Doch zu viel Farbe und zu viel femininer Look wirkt unglaubwürdig. Der Grad ist schmal. Ich trage übrigens nur Kleidung, in der ich mich wohl fühle. Und: Wenn ich möchte, dass mir zugehört wird, trage ich Garderobe, die nicht ablenkt. Auch zu viele Accessoires und übertriebene Spielerei im Outfit lenkt den Zuhörer ab. Mein Fazit: Zu einem erfolgreichen Stil gehört ursächlich die innere Haltung! Kompetent, empathisch, erfolgreich, weiblich: The future is female - Foto: kreani/Nieter

Starke feminine Frauen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik

Prominente Frauen aus Politik und Wirtschaft, die Kompetenz mit Erfolg und Weiblichkeit verknüpfen, sind beispielsweise Sanna Marin, Finnlands Regierungschefin, die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, mit Blick nach Frankreich die französische Spitzenpolitikerin Marlene Schiappa, innerpolitisch die Bundesministerinnen Julia Klöckner und Franziska Giffey oder die FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg. Aus dem TV- Bereich Barbara Schöneberger sowie aus der Welt der DAX-Konzerne Saori Dubourg, BASF Vorstand und die SAP-Chefin Jennifer Morgan.

Fotos: Claudia Rinke, Sinja Woltemath, Vanessa del Rae, Pixabay, Telke Nieter, Hipburn

Weitere Infos für Interessierte:

www.schloms.de

www.cmc-woltemath.com

www.vanessadelrae.de

www.kreani.de